Jungjägerkurs der JGV Rhön-Vogelsberg gestartet – Zwischen Tradition, Verantwortung und moderner Ausbildung
(Miriam Rommel). Jäger wird man nicht von heute auf morgen. Wer diesen Weg einschlägt, stellt sich
einem der anspruchsvollsten Ausbildungsprogramme im Natur- und Tierschutz und tritt zugleich in
eine jahrhundertealte Kultur mit festen Werten und gelebtem Brauchtum ein. Mit diesem
Bewusstsein haben nun 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den neuen Jungjägerkurs der Jäger- und
Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg (JGV) begonnen – und damit den ersten Schritt auf
einem Weg getan, der Wissen, Verantwortung und Leidenschaft gleichermaßen fordert.

„Jagd ist Passion, kein Hobby“
Bei der Eröffnung machte der 1. Vorsitzende der JGV, Dr. Rudolf Leinweber, deutlich, dass Jagd weit
über Freizeitgestaltung hinausgeht: „Die Jagd ist kein Hobby wie Tennis oder Golf. Sie ist Passion und
gelebtes Brauchtum – und sie verlangt Einsatz, Wissen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein.“
Für die Anwärterinnen und Anwärter beginnt damit eine Zeit, in der Natur- und Tierschutz, Tradition
und moderne Praxis gleichermaßen zum Ausbildungsstoff gehören.

Breite Ausbildung mit Praxisnähe
Der theoretische Unterricht findet zweimal pro Woche, jeweils dienstags und donnerstags von 19:30
Uhr bis 21:30 Uhr, statt und deckt die vier großen Fachgebiete ab: Wildbiologie mit Tierarten und
ihren Lebensräumen, Jagdbetrieb mit Themen wie Hege, Jagdmethoden, Jagdhunden und
Wildkrankheiten, Waffen mit Technik und sicherem Führen sowie Recht mit Jagd-, Naturschutz- und
Waffenrecht. Hinzu kommen Praxiseinheiten wie Revierexkursionen oder Hochsitzbau sowie das
Schießtraining an den Wochenenden. Über acht Monate hinweg wächst so ein dichtes Programm, das
am Ende in vier Prüfungsteilen mündet – und bei Bestehen zum Lösen des ersten Jagdscheins im
kommenden Frühjahr führt. „Es wird anstrengend, man muss sich manchmal durchbeißen – aber die
Mühe lohnt sich“, so Leinweber
.
Gelebtes Brauchtum und Gemeinschaft
Tradition genießt bei der JGV einen großen Stellenwert: Das Jagdhornblasen, einst zentrales
Kommunikationsmittel bei Gesellschaftsjagden, wird im Verein als Kulturgut gepflegt. „Unsere
Bläserinnen und Bläser halten diese Tradition lebendig – und jeder Interessierte unter Ihnen kann es
bei uns gerne erlernen“, so Leinweber. Darüber hinaus zeichnet sich die JGV durch eine enge
Gemeinschaft aus. Regelmäßige Veranstaltungen, offene Gesprächskultur und ein hohes Maß an
Verlässlichkeit prägen den Umgang. „Wenn wir etwas sagen, dann ist darauf Verlass“, betonte der
Vorsitzende.

Ein anspruchsvoller Weg
Für die Jungjägerinnen und Jungjäger beginnt nun ein intensiver Ausbildungsgang. Über acht Monate
hinweg werden sie in Theorie und Praxis begleitet – mit dem Ziel, im kommenden Jahr die
Jägerprüfung erfolgreich abzulegen. Dr. Leinweber schloss seine Ansprache mit einem Wunsch: „Ich
hoffe, dass ich Sie im kommenden Jahr alle zum Jäger schlagen und in unseren Kreis aufnehmen darf.“
Damit ist der Grundstein gelegt für eine Ausbildung, die Wissen, Brauchtum und Verantwortung
vereint – und die den Teilnehmern den Weg in eine Passion eröffnet, die tief in der Region verwurzelt
ist

