Vorstand der J.G.V. Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg e.V.

1. Vorsitzender

Dr. Rudolf Leinweber

Tel.: 0661 – 250 880

E-Mail: vorsitzender@jgv-rhoenvogelsberg.de



Liebe Vereinsmitglieder,

liebe Jägerinnen, liebe Jäger,

das Jahr 2020 ist längst Geschichte und die Hälfte des Jahres 2021 liegt bereits hinter uns. Seit dem Frühjahr des letzten Jahres bestimmt das Corona-Virus maßgeblich unser privates, berufliches und gesellschaftliches Leben. Auch in unserem Verein sind fast alle Aktivitäten zum Erliegen gekommen oder mussten abgesagt werden. Dies galt nicht nur für unsere Mitgliederversammlung mit Ausfall der Neuwahlen und Entlastung des Vorstandes, die Hundearbeit, Einschränkungen beim Jagdhornblasen und dem jagdlichen Schießen. Gerade unsere JagdhornbläserInnen sind besonders betroffen, da keine Übungsstunden in gewohnter Form stattfinden und der Zusammenhalt damit auf die Probe gestellt wird. Die Jungjägerausbildung wurde, wenn auch mit gewissen Erschwernissen, weitergeführt, und die Prüfungen konnten auch abgehalten werden. Hier war von den Lehrgangsleitern, Ausbildern und den AnwärterInnen gleichermaßen Durchhaltevermögen gefordert. Schade war auch, dass wir unseren langjährigen verdienten Mitglieder nicht in gehöriger Form danken und sie auch nicht ehren konnten. Sehen Sie uns nach, wenn Sie die Urkunden und Ehrennadeln auf dem Postweg erreicht haben. Bedauerlich war ebenso der Ausfall der Hubertusmesse in der Stadtpfarrkirche mit anschließendem Jägerschlag. Dies können wir hoffentlich in diesem Jahr für beide „Jahrgänge“ am 29. Oktober nachholen, um dort unsere JungjägerInnen offiziell in unserem Kreis aufzunehmen. Zur bestandenen Jägerprüfung vorab schon einmal ein Waidmannsheil!

Auch die aktive Jagd selbst hat Einschränkungen erfahren und, soweit die uns lieb gewordenen Gesellschaftsjagden unter Berücksichtigung der statuierten Hygienevorschriften durchgeführt wurden, waren es diesmal nicht die Jagden, an denen wir besonders gerne teilnehmen, die wir schätzen und auf denen wir auch u. a. unser Brauchtum pflegen. Das Streckelegen, ein gutes Gespräch am Feuer oder beim anschließenden Schüsseltreiben haben gefehlt. Bedingt durch die Umstände waren es auch weniger Jagdtermine, was sich bei den Streckenergebnissen auf Schalenwild, insbesondere beim Schwarz- wild, bemerkbar gemacht hat. Viele von uns haben diese Aktivitäten schmerzlich vermisst und wir hoffen und wünschen sehr, dass die Pandemie zunehmend beherrschbar wird und wir uns wieder in gewohnter Art zu allen Anlässen, ob in Freud oder Leid, treffen können. Ebenso wenig konnten die Hegegemeinschaftsversammlungen mit Hegeschau und guten Gesprächen (zur Abschusserfüllung und -planung) zwischen der privaten und staatlichen Jägerschaft untereinander und der Jagdbehörde durchgeführt werden.

Die weitere Herabsetzung der Jagdzeit auf Rot- und Rehwild, die Ausrufung der Notzeit in Vogelsberg und in der Rhön, die Überprüfung aller Jagdscheininhaber beim Verfassungsschutz sind u. a. Themen, die zu Diskussionen in unseren Reihen geführt haben.

Eine weitergehende Einschränkung des Waffengesetzes ist bei einem Regierungswechsel zu befürchten. Inwieweit die zwischenzeitlich erlaubte Nachtzieltechnik noch eine Fortschreibung, legitimiert durch die ASP, erfährt und Segen oder Fluch für unsere Jagd sein wird, bleibt abzuwarten. Persönlich befürchte ich eher Letzteres.

Durch den Einsatz von Wärmebildkameras und Infrarottechnik stellen die SchweißhundeführerInnen schon jetzt weniger Anrufe zu Nachsuchen fest. Umso erfreulicher ist daher der Beitrag über die Zucht bayrischer Gebirgsschweißhunde aus dem Hause Witzel und das Interview mit Linus Lydeking aus Schweden.

Der Klimawandel lässt sich nicht leugnen, die ASP ist zwischenzeitlich in Deutschland angekommen und auch der Wolf wird wohl in unseren Regionen sesshaft werden. Unser Rot- und Rehwild soll weiter scharf bejagt werden, damit der durch den Klimawandel arg gebeutelte Wald – neben anderen Maßnahmen – eine bessere Chance haben soll, sich selbst zu verjüngen und zu stabilisieren.

Zum Ende des letzten und zu Beginn des neuen Jahres wurde die Diskussion zur Änderung des Bundesjagdgesetzes geführt. Wald vor Wild ist die Forderung, die im Kabinettsentwurf des Änderungsgesetzes zum Bundesjagdgesetz vom 4.11.2020, nicht nur nach meiner ganz persönlichen Auffassung, zum Ausdruck kommt. Nachdem das Bundeskabinett die Novelle des Bundesjagdgesetzes in die parlamentarische Beratung gegeben hatte, hat mich Herr Michael Brand, Mitglied des Bundestages und Wahlkreisabgeordneter für Fulda, Rhön und Vogelsberg, sozusagen „zuständig“ für unseren Verein, mit der Bitte um eine fachliche Einschätzung gebeten. In meiner Stellungnahme habe ich unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass der Entwurf zu einem „Schalenwildbekämpfungsgesetz“ mutiert, da die Bestände an Gams-, Reh-, Dam- und Rotwild flächendeckend drastisch reduziert werden sollen. Gerechtfertigt wird dieser Ansatz mit dem von diesem Wild verursachten Schäden. Völlig ausgeblendet wird aber dabei, wer die eigentliche Ursache der Misere in unseren Wäldern ist. Namhafte Forstwissenschaftler (z.B. Prof. Dr. Dr. Herzog von der TU Dresden) machen die Forstwirtschaft selbst für den Schaden im Wesentlichen verantwortlich. Übermäßige Gewinnorientierung, falsche Förderpolitik und Fehlentscheidungen bei der Aufforstung in den zurückliegenden Jahren hätten die Probleme erst erzeugt, Trockenheit und der Borkenkäfer die Situation letztlich nur zugespitzt.

Jäger, Förster und Grundeigentümer müssen beim Waldumbau und dessen Schutz auf Augenhöhe und ideologiefrei agieren können. Es geht um einen gerechten Interessenausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Forstwirtschaft und dem Lebensrecht der Wildtiere in diesem Wald.

Der Waldumbau und die Wiederaufforstung kann nur dann gelingen, wenn die Forstwirtschaft unabhängig vom Wildbestand eigene, aktive Erhaltungsmaßnahmen durchführt. Die Wildtiere sind jedenfalls nicht verantwortlich für den Klimawandel und den damit einhergehenden Folgen. Zu den vorgesehenen Fördermitteln in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro für die „Rettung des deutschen Waldes“ hebt die Bundeslandwirtschaftsministerin, Frau Glöckner, sehr nachdrücklich und ständig wiederholend hervor, dass, zuletzt aus den steuerfinanzierten Geldern, der „Verjüngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen“ der absolute Vorrang gebühren würde. Dass „Wald mit Wild“ allemal möglich ist, hat der Landesjagdverband Hessen in einer Broschüre aufgezeigt.

Letztlich wurde nach der öffentlichen Anhörung zum Bundesjagdgesetz, die im Innenausschuss des Deutschen Bundestages am 1.3.2021 stattfand, der Gesetzentwurf mit den vorbereiteten Änderungsanträgen auf Bitte der CSU-Fraktion von der Tagesordnung genommen. In der nächsten Legislaturperiode befasst er uns sicher wieder.

Unsere Vereinsnachrichten zeigen unsere übergreifende, vielfältige und engagierte Befassung mit unterschiedlichen Themen durch sehr engagierte Mitglieder. Wir zeigen u.a., dass Jagd ein Grundrecht ist, beschreiben qualifizierte Äsungsflächen, dass wir akademische Künstler in unseren Reihen haben, engagiert Rehkitze retten, fragen kritisch nach der Zukunft des Rotwilds im Gieseler Forst, bilden eine Trophäenschau der erlegten Rothirsche im Gieseler Forst ab, hinterfragen kritisch den Flächenverbrauch, geben Hinweise zur Wildvermarktung, Genusshinweise zum Wildbret und zeigen auf, wie wichtig es letztlich ist, einem Jagdverein anzugehören.

Ich denke, unser Verein hat Ihnen, so hoffen wir, wieder interessante Vereinsnachrichten 2021 an die Hand gegeben. Für das spätere Erscheinen bitten wir um Nachsicht. Es ist dem Umstand dieser Zeit geschuldet. Hoffen wir, dass die verbliebenen Veranstaltungen stattfinden und von Ihnen in großer Zahl besucht werden können.

Natürlich wünsche ich Ihnen eine kurzweilige Zeit beim Lesen der nunmehr 8. Vereinsnachrichten und freue mich, wie immer, über konstruktive Anregungen zu Inhalt und Gestaltung. All denen, die mitgewirkt haben, danke ich. Genauso herzlich danke ich für die Unterstützung durch die Inserenten.

Für das fortschreitende Jagdjahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien weiterhin Kraft, Gesundheit, Freude und Tatendrang, damit wir gemeinsam, allen Widerständen zum Trotz, die Fülle der Aufgaben zum Wohle von Jagd und Wild meistern können! Bleiben Sie gesund! Wirklich reich sind wir, wenn wir mehr Träume in unserer Seele haben, als die Realität zerstören kann.

Mir bleibt zum Schluss, Ihnen persönlich Gesundheit und viel Waidmannsheil auf all Ihren Wechseln und Wegen zu wünschen. Leben Sie jeden Tag mit Freude!

Herzlichst und mit Waidmannsheil!

Dr. Rudolf Leinweber

  1. Vorsitzender

Stellvertretender Vorsitzender

Veit Küllmer

Tel.: 0171 – 330 5127

E-Mail: stellvertretender-vorsitzender@jgv-rhoenvogelsberg.de



Liebe Vereinsmitglieder,

liebe Jägerinnen, liebe Jäger,

Seit Jahrzehnten streiten Förster, Jäger und Naturschützer über den richtigen Umgang mit den heimischen Wildtieren und dem damit verbundenen Jagddruck in den Wäldern.

Da es unserem Wald jedoch noch nie so gut ging wie heute, sollte die Fortsetzung des Konflikts hinterfragt werden.

Seit den 70er Jahren wird über die Probleme des deutschen Waldes mit dem größten einheimischen Wildtier, dem Rotwild, diskutiert. Dies fresse die Triebe ab, zerbreche mit seinen Geweihen die jungen Bäume und schäle deren Rinde. Die Folge seien riesige ökologische und ökonomische Schäden.

Doch dies sei weniger die Schuld des Rotwildes als vielmehr ein Versagen des Menschen. Durch Trophäenkult und Überhege versage der Jäger als Regulativ des Wildes. Um die Bäume zu retten, müssten die Wildbestände dringend auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Seit dieser Zeit ist das Schlagwort vom sogenannten „Wald-Wild-Konflikt“ niemals zum Erliegen gekommen.
​Tatsächlich handelt es sich nicht um einen Konflikt zwischen Wald und Wild, sondern um einen Konflikt unter Menschen mit unterschiedlichen Zielen. Engagierte Förster, bei denen der Baumbestand im Vordergrund steht, liegen im Streit mit leidenschaftlichen Jägern, die sich als Wildfreunde sehen.

Die einen organisieren sich im Ökologischen Jagdverband (ÖJV) oder in der Arbeitsgemeinschaft naturnahe Waldwirtschaft, die anderen sind Mitglieder im Deutschen Jagdverband (DJV).

Kaum eine Jagdzeitschrift wird gedruckt, ohne dass das Problem Schälschäden und Wildbestand thematisiert und heftig diskutiert wird. Und stets fordern die Kritiker der klassischen Jagdpolitik vehement erhöhte Abschüsse als alleiniges waldbauliches Mittel ein.

Die eingeführte und noch immer umstrittene neue hessische Jagdverordnung trägt, bezugnehmend auf die Möglichkeit des Abschusses von Rehböcken bis Ende Januar, sicherlich dazu bei.

Ungeachtet dieser Streitigkeiten wächst der deutsche Wald jedoch munter weiter. Nachdem man ihm Anfang der 80er Jahre noch das große Sterben voraussagte, wofür neben dem sauren Regen auch der Wildverbiss als Begründung herangezogen wurde, ist der aktuelle Waldzustand so gut wie noch nie. Niemals war die Naturverjüngung so üppig und die deutschen Wälder so vorratsreich wie heutzutage.

Wer nun glaubt, ein Massenabschuss des Rot- und Rehwildes sei für derartige Erfolge verantwortlich, der irrt.​ Tatsache ist, dass es noch nie so viele Wiederkäuer im deutschen Wald gegeben hat wie
heute.

In den 70er Jahren erlegten die deutschen Jäger ca. 40.000 Stück Rotwild, heute sind es knapp 70.000, die Rehwildstrecke sprang von 600.000 auf 1,2 Millionen.

Doch wie gehen forstliche Erfolge einerseits und hohe Wildbestände andererseits zusammen? Der Hintergrund liegt in einer veränderten Jagdstrategie im Wald. Während früher an nahezu 365 Tagen im Jahr das Wild bejagt wurde, konzentrieren sich Jäger und Forstbeamte heute auf großräumige Bewegungsjagden oder auf sogenannte Jagdintervalle.

In kurzer Zeit wird dabei viel Strecke gemacht, der Jagddruck und deshalb auch der Energiebedarf des Wildes werden dadurch gesenkt. Gleichzeitig bieten die umliegenden
Ackerflächen durch Anbau von Energiepflanzen wie Raps und Mais einen noch nie gekannten Äsungsüberschuss, der den Wald zusätzlich entlastet. Die Nutzung von Agrarflächen durch Zwischenfrüchte oder Dauergrünland verringert den Druck auf den Wald zusätzlich.

Es wäre nun an der Zeit, den anhaltenden Streit zwischen Wild- und Waldfreunden endlich zu begraben und ein vernünftiges Miteinander von Wald und Wild zu propagieren.

Beides ist Natur, beides erfreut uns, beides hat eine Zukunft. Nicht gegen-, sondern miteinander! Doch das zu vermitteln, bleibt eine große Aufgabe für uns alle.

Denn der Umgang mit Wild ist eigentlich einfach, schwierig ist der Umgang mit den dazu gehörenden Menschen.

Ihr
Veit Küllmer
2. Vorsitzender

Schriftführer

Alexander H. Klüh

Tel.: 0176 – 20127299

E-Mail: schriftfuehrer@jgv-rhoenvogelsberg.de

Stellvertre Schriftführer

Holger Jost

Tel.: 0661–9619398

Schatzmeister

Christian Kirchner

Tel: 0171 – 7763336

E-Mail: schatzmeister@jgv-rhoenvogelsberg.de

Stellvertretender Schatzmeister

Stefan Weß

Tel: 0171 – 9324599

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