ASP in Hessen: Kein Positivfall im August 2026 – jetzt entscheidet sich der nächste Schritt
Sehr geehrte Jägerinnen und Jäger,
nachstehende Information des LJV Hessen zur Kenntnis:
Erstmals seit Beginn des Seuchengeschehens wurde im gesamten August 2026 in Hessen kein neuer positiver ASP-Fall festgestellt. Das ist eine wichtige und erfreuliche Nachricht und ein weiterer Hinweis darauf, dass die umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen Wirkung zeigen.
Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh.
Gerade jetzt kommt es darauf an, die erreichten Erfolge zu sichern. Der ASP-Führungsstab im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) bittet die Jägerschaft deshalb weiterhin um erhöhte Wachsamkeit und eine konsequente Reduktion der Schwarzwildbestände in den Sperrzonen I und II sowie den angrenzenden Gebieten.
Südhessen: Seit Juli keine neuen positiven Fälle
Die letzten ASP-positiven Nachweise aus Südhessen stammen aus dem Monat Juli 2026. Intensive Kadaversuchen laufen dennoch weiter.
Der Schwerpunkt liegt derzeit vor allem auf der weiteren Reduktion des Schwarzwildbestandes.
Denn auch wenn über Wochen oder Monate keine neuen Fälle auftreten, kann von infektiösem Material in der Landschaft weiterhin ein Risiko ausgehen. Trifft dieses auf einen wieder anwachsenden Schwarzwildbestand, kann sich ein zunächst lokales Infektionsgeschehen erneut zu einem Hotspot entwickeln.
Genau das gilt es zu verhindern.
Entwicklung Funde Hessen Stand 04
Grafik: Dr. Nadine Stöveken/LJV Hessen
Rheingau: Schwarzwildbestand wieder deutlich gestiegen
Besondere Aufmerksamkeit gilt weiterhin dem Rheingau. Nach Angaben des ASP-Führungsstabes haben sich die Schwarzwildbestände seit der intensiven Reduktion vor dem Rückstufungsantrag im Frühjahr wieder deutlich erhöht.
Auch der Rhein bleibt unter Beobachtung. Zwar wird das Risiko eines Eintrags durch sogenannte Schwemmschweine aufgrund der aktuellen Seuchenentwicklung inzwischen geringer eingeschätzt. Als möglicher Ausbreitungsweg muss der Rhein dennoch weiterhin berücksichtigt werden.
📍 Nächster Rückstufungsantrag wird vorbereitet
Hessen und Rheinland-Pfalz bereiten derzeit einen weiteren gemeinsamen Antrag zur Verkleinerung der ASP-Sperrzonen vor.
Grundlage hierfür sind unter anderem die von den Kreisen zum 31. August 2026 gemeldeten Daten zur Schwarzwilddichte. Diese werden aktuell ausgewertet.
Dabei soll entschieden werden, welche Gebiete für eine Rückstufung vorgeschlagen werden können.
Voraussetzung ist, dass gegenüber der EU nachvollziehbar belegt werden kann, dass von diesen Gebieten keine relevante Gefahr einer Neuinfektion mehr ausgeht. Neben dem zeitlichen Abstand zum letzten positiven Fall spielen hierbei insbesondere Schwarzwildpopulation, Streckenzahlen und Zaunverläufe eine wichtige Rolle.
Der Antrag soll voraussichtlich im November im zuständigen EU-Ausschuss SCoPAFF vorgestellt werden. Eine Entscheidung könnte dann bei der darauffolgenden Sitzung am 8. oder 9. Dezember 2026 fallen.
Nordhessen: Schutzmaßnahmen gegenüber NRW laufen weiter
Auch in Nordhessen bleibt die Situation aufmerksam im Blick.
Seit dem 27. Mai 2026 musste die Sperrzone auf hessischem Gebiet nicht mehr erweitert werden. Insbesondere im Lahn-Dill-Kreis finden jedoch weiterhin intensive Suchen statt, vor allem aufgrund der räumlichen Nähe zu ASP-Nachweisen in Nordrhein-Westfalen.
Parallel werden die Schutzmaßnahmen entlang der Landesgrenze weiter ausgebaut. Im ASP-Gebiet ist die Landesgrenze vollständig einfach gezäunt. Im Lahn-Dill-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg entsteht derzeit gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen eine länderübergreifende Weiße Zone.
Jetzt nicht nachlassen!
Die derzeitige Entwicklung gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Dass im gesamten August kein positiver ASP-Fall in Hessen festgestellt wurde, ist ein wichtiger Erfolg.
Doch gerade diese Phase ist entscheidend.
Wo Schwarzwildbestände nach einem Seuchenzug wieder deutlich anwachsen, steigt das Risiko, dass verbliebenes infektiöses Material erneut zu Infektionen führt. Je höher die Schwarzwilddichte, desto größer ist auch die Gefahr, dass sich daraus wieder ein größeres Ausbruchsgeschehen entwickelt.
Der Landesjagdverband Hessen unterstützt daher den Aufruf des ASP-Führungsstabes:
Bitte halten Sie die Schwarzwildbejagung insbesondere in den Sperrzonen I und II weiterhin auf hohem Niveau und bleiben Sie bei Fallwild und Auffälligkeiten im Bestand besonders aufmerksam.
Die kommenden Wochen können entscheidend dafür sein, ob weitere Gebiete aus den Restriktionen entlassen werden können.
Vielen Dank für Ihren weiterhin großen Einsatz bei der ASP-Bekämpfung!
Herzliche Grüße und Waidmannsheil
Markus Stifter
Pressesprecher

